Letzte Einsatzübung

Am Montag, 20. Oktober stand eine Einsatzübung auf dem Programm. Diese sollte für den abtretenden Kommandanten Urs Castellazzi speziell werden. Die Idee war, dass Urs nochmals als Einsatzleiter die ganze Feuerwehr führen kann. Schnell war klar, dass wir dies nur mit einer Alarmübung, von der auch der Kommandant nichts weiss, erreichen können. So organisierte der Übungsleiter Enzo Termine alles rund um die Übung. Es musste nicht nur ein geeignetes Objekt gefunden werden, es braucht auch freiwillige Helfer, die sich im Gebäude aufhalten und gerettet werden müssen.

Um 18:30 wurde der Alarm über die kantonale Notrufzentrale ausgelöst, Werkstattbrand bei Sieber Transport Berneck. Kurz darauf sind schon die ersten Einsatzkräfte eingerückt, die sich sofort ausrüsteten. Auch der Kommandant war rasch im Depot und konnte als Einsatzleiter mit dem ersten Fahrzeug ausrücken. Kaum am Einsatzort, sind auch schon die nächsten Fahrzeuge und angehörige der Feuerwehr eingetroffen.

Das Szenario, das es zu bewältigen gab, war ein Brand, ausgebrochen in der Werkstatt. Das Feuer hat sich schnell nach oben ausgedehnt und die dort eingelagerten Pneus in Brand gesteckt, was zu einer sehr starken Rauchentwicklung führte. Einige Personen, die sich noch in den Räumen aufgehalten haben, konnten sich nicht mehr selber in Sicherheit bringen. Mit Rauchmaschinen und Blitzlampen wurde die Situation sehr reell dargestellt.

Der Einsatzleiter ordnete unverzüglich das Absuchen nach Personen und Löschen des Brandes an. Sofort wurden Wasserleitungen erstellt und einige AdF’s rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus. Mit Druckleitungen und Rettungsgeräten ging es ins Gebäude. Dank moderner Ausrüstung mit Wärmebildkameras konnten die Personen und das Feuer im Gebäude schnell lokalisiert werden, was sonst bei einer so starken Rauchentwicklung doch ziemlich schwierig ist. Vor dem Gebäude wurden weitere Wasserleitungen erstellt, die Strassen um den Einsatzort abgesperrt und weitere Einsatzkräfte hinter das Gebäude befohlen, damit dort ein weiterer Angriff ins Gebäude ausgeführt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt traf auch der Notarzt ein und der Einsatzleiter erhöhte die Alarmstufe, damit für dieses Ereignis noch mehr Mittel zur Verfügung stehen. Bereits wurden die ersten Personen gerettet und der Sanität zur Betreuung übergeben. Bis Einsatzende sollen neun Personen gefunden werden. Damit die Arbeit der Atemschutztrupps in der stark verrauchten Werkstatt erleichtert werden kann, werden vor dem offenen Hallentor ein mobiler Grosslüfter und zusätzlich ein Wasserlüfter installiert. Als diese in Betrieb gesetzt wurden, konnte der Rauch aus dem Gebäude geblasen werden, was die Sicht sofort verbesserte. Mit den Lüftern wird auch die Hitze im Objekt reduziert und die giftigen Rauchgase verdünnt, was wiederum den Trupps und den eingeschlossenen Personen zu Gute kommt. Die vielen Atemschutztrupps im Gebäude konnten nun alle Personen retten und das Feuer unter Kontrolle bringen. Kurz darauf kam von der Übungsleitung der Funkspruch „Übung halt“. Das ist der Vorteil gegenüber einem Ernstfall. Wenn es wirklich brennt, muss am Schluss das Feuer gelöscht und noch vorhandene Glutnester aufgesucht und ebenfalls gelöscht werden. Dies kann unter Umständen sehr lange dauern.

In den vielen Lektionen, an denen wir über das ganze Jahr viel Neues lernen aber auch das bereits erlernte Feuerwehrhandwerk vertiefen, üben wir möglichst einsatzbezogen. Nur so können wir die unterschiedlichen Ereignisse gut und schnell bewältigen. Auch diese Alarmübung hat aufgezeigt, dass jeder Handgriff sitzen muss, damit ein solcher Einsatz erfolgreich bewältigt werden kann. Bei der anschliessenden Übungsbesprechung gab es auch viel Lob an die Mannschaft, die sehr gut gearbeitet hat.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz. Damit wir diesem Leitspruch gerecht werden können und für das nächste Ereignis bereit sind, muss das ganze Material wieder aufgeräumt, gereinigt und geprüft werden. Dies erfordert nochmals vollen Einsatz von jedem AdF. Erst wenn alle Fahrzeuge und Geräte wieder einsatzbereit in den Depots stehen, ist die Arbeit erledigt und die Mannschaft kann entlassen werden.



































































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