Hauptübung 2011

Hauptübung vom 04.11.2011 in Heerbrugg

Ankommen und gleich befehlen

«Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!» heisst es auf dem Briefpapier der Feuerwehr Berneck-Au-Heerbrugg. Gestern schenkten viele Gäste ein Stück ihrer Freizeit der Feuerwehr – und sahen, wie diese zeitgemäss übt. 

An folgendes Bild hat sich der Zuschauer gewöhnt: Rückt die Feuerwehr an, weil es brennt, stürzt sich der Einsatzleiter aus dem Fahrzeug, um in Windeseile das Gebäude zu umkreisen und sich einen Überblick zu verschaffen. Erst dann befiehlt er, was zu tun ist. Doch in Zukunft läuft es anders. Gestern konnte man erleben, wie moderne Einsatztechnik aussieht.
 
Im Auto entscheiden 
 
Die Fahrt zum Einsatzort ist zum wichtigen Baustein geworden. Weil erste wichtige Informationen schon vor dem Eintreffen verfügbar sind, trifft der Einsatzleiter bereits erste Entscheide. Steigt er am Einsatzort aus dem Wagen, erteilt er sofort erste Befehle. Als die Feuerwehr mit 80 Mann und etwa zehn Fahrzeugen anrückte, sagte Kommandant Urs Hug zum Journalisten: «Sehen Sie, noch strukturierter ist jetzt alles.» Einsatzleiter Enzo Termine hatte zuvor den Hauptvorteil des neuen Vorgehens erklärt: Die Feuerwehrleute müssen am Einsatzort nicht warten, bis der Chef parat ist  und werden nicht zu unerwünschtem Tun verleitet.

Retten und Schaden begrenzen
 
Was (neben dem Sichern) an vorderster Stelle steht, ist zwar nicht neu, aber nach wie vor elementar: das Retten. Gestern waren zwölf Verletzte im Gebäude, darunter Simulanten, die sich als Samariter engagieren und Fachkenntnisse haben. Der Vorteil liegt auf der Hand und wurde von Enzo Termine sogleich betont: «Wer sich auskennt, kann uns sagen, was wir gut gemacht haben - und was vielleicht weniger.»
   
Wichtig ist auch das Halten und Schützen. Der Schaden soll nicht noch grösser werden. Ein Feuer, das gestern nicht unmittelbar Menschen bedrohte, wurde nicht sofort gelöscht, sondern mit einer Art Schutzschild aus Wasser im Zaum gehalten – so, dass die Flammen nicht auf ein Gebäude übergreifen konnten. «Dass wir das so machen», meinte Hug, «verstehen viele Leute nicht.» Doch es sei sinnvoll.
 
Zusammengefasst ist der Einsatzleiter gemäss neuer Taktik mehr Manager. Einer, der zwar gesamtverantwortlich bleibt, aber mehr delegiert, grössere Aufgaben abgibt. «Das Taktikschema», sagte gestern Urs Hug, «wurde vereinfacht.» Der frühere Kommandant Christian Siegrist, der daneben stand, ergänzte lächelnd: «Auch die Feuerwehr darf dazu lernen.» Später, beim Znacht, gab Urs Hug Beförderungen bekannt: Martin Thurnheer, Berneck, ist neu Offizier, Silvio Gablick, Heerbrugg, fortan Wachtmeister. Korporale sind geworden: Urs Ehrsam, Au, Christian Schmidheiny, Berneck, und Sandro Zoller, Heerbrugg.

Dieser Bericht erschien im Rheintaler von GERT BRUDERER
Fotos von Philipp Hartmann
 






































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