Handhabung Feuerlöscher

Im Brandfall haben Sie nur wenige Augenblicke um zu reagieren. Daher sollte die Bedienung eines Feuerlöschers keine Fragen aufwerfen. Einen wichtigen Beitrag können Sie bereits leisten, bevor es brennt. Nehmen Sie sich am besten zusammen mit Ihren Kindern in einer ruhigen Minute etwas Zeit, um sich das Gerät genauer anzusehen. So können schon vorab aufkommende Fragen geklärt werden. Die Vorgehensweise ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich, bestimmte einheitliche Handgriffe sind aber auf jedes Gerät übertragbar.

Bevor Sie das Gerät benutzen können, müssen Sie es entsichern. Eine Entriegelung finden Sie direkt am Feuerlöscher. Ein Aufladelöscher benötigt zwei bis drei Sekunden um den Löschdruck im Inneren aufzubauen. Nachdem der Druck aufgebaut wurde, öffnen Sie das Ventil der Löschpistole und nähern Sie sich dem Feuer. Denken Sie an die Wurfweite des Feuerlöschers. Manche Geräte werfen das Löschmittel bis zu fünf Meter weit. Dies sollten Sie beim Löschen berücksichtigen. Ebenso sollten Sie das Pulver nicht einatmen.

feuerloeschersymbolMerken Sie sich dieses Symbol: Überall dort, wo Sie dieses Zeichen sehen, finden Sie einen Feuerlöscher. Unter Umständen finden Sie in einigen älteren Gebäuden auch noch das frühere Zeichen zur Feuerlöscherkennzeichnung: ein rotes Quadrat, darin ein großes, rotes "F" auf weißem Grund. Dieses Zeichen ist heute nicht mehr zugelassen und muss durch das besser verständliche Piktogramm ausgestauscht werden. Nehmen Sie Feuerlöscher niemals zum Spaß von der Wand oder aus dem Feuerlöscherschrank.

  Löschen Sie immer mit der Windrichtung.

 

 
  Die Flammen immer von vorne nach unten bekämpfen. Sprühen Sie nicht von oben auf die Flammen. Löschmittel nie in einem Schwung aufbrauchen. Stossweise arbeiten. Im Falle einer Rückzündung haben Sie so noch Reserven übrig.
 
  Mehrere Feuerlöscher nie nacheinander sondern immer gleichzeitig einsetzen. Machen Sie sich die Kraft von mehreren Löschern zu Nutze. Weitere Personen können Ihnen beim Löschen behilflich sein.
 
  Bei Tropf- oder Fliessbränden immer von oben (Flüssigkeitsaustritt) nach unten (Lache) arbeiten. Beim Löschen von Flüssigkeiten nie mit einem gebündelten Löschstrahl arbeiten. Immer mit Hilfe eines Sprühstrahls.
 
  Ist der Brand gelöscht, auf Rückzündungen achten. Verlassen Sie bitte nicht gleich die Brandstelle, sondern beobachten Sie weiterhin das Geschehen.
 
  Nach der Benutzung des Feuerlöschers unbedingt von autorisiertem Fachpersonal frisch füllen lassen. Erst dann an den Bestimmungsort zurückbringen! Dies gilt auch dann, wenn der Feuerlöscher nicht komplett entleert wurde.

Was Sie über Feuerlöscher sonst noch wissen müssen

Sie sind der stolze Besitzer eines Feuerlöschers? Das ist sehr gut. Wissen Sie aber auch, wann Ihr Feuerlöscher zum letzten Mal gewartet wurde? Nein? Vielleicht noch nie? Das sollten Sie so schnell wie möglich ändern. Insbesondere Pulverlöscher müssen alle zwei Jahre geprüft werden. Ansonsten kann das Löschmittel verhärten, das Gerät wäre im Ernstfall nutzlos. Jeder Feuerlöscher trägt das Datum der Endkontrolle. Wird er gewartet, wird darüber ein Prüfsiegel mit dem letzten Kontrolldatum aufgeklebt. Bitte prüfen Sie dieses Siegel oder das Endkontrolldatum. Feuerlöscher-Wartungsfirmen finden Sie sicherlich im Internet oder beim Hersteller.
 
Die feinen Unterschiede
 
In Hobbymärkten oder gelegentlich als Schnäppchen werden überwiegend ABC-Pulverlöscher für den Haushalt angeboten. Die Buchstaben "A, B und C" stehen für die verschiedenen Brandklassen, die mit dem Löscher bekämpft werden können. Denn: Feuer ist nicht gleich Feuer.
 
Das bedeuten die Brandklassen:
 
BRANDKLASSE A:   Feste Stoffe, Verbrennung mit Glutbildung. Dazu zählen zum Beispiel Holz, Papier, Stroh, Kohle, Autoreifen oder Textilien.
BRANDKLASSE B:   Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen. Zum Beispiel Kraft- oder Schmierstoffe, Fette, Lacke, Alkohol, Kerzenwachs, PVC, Teer, Paraffin.
BRANDKLASSE C:   Brennende Gase, zum Beispiel Propan, Methan, Wasserstoff, Erdgas, Stadtgas, Azetylen.
BRANDKLASSE D:   Brennende Metalle, wie zum Beispiel Magnesium, Aluminium, Kalium, Natrium, Lithium.
BRANDKLASSE E:   Diese Klasse gibt es nicht mehr - dies war einst die Brandklasse für Brände in elektrischen Niederspannungsanlagen (bis 1000 Volt)
BRANDKLASSE F:   Brände von Speiseölen und -fetten (pflanzliche oder tierische Öle und Fette) in Frittiergeräten und anderen Kücheneinrichtungen.

Sie sehen, ein ABC-Löscher kann bis auf Metallbrände nahezu jedes Feuer bekämpfen. In Pulverausführung ist er zudem recht preiswert. Pulverlöscher haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Wie der Name schon sagt, versprühen diese ein backpulverähnliches Löschmittel. Das dringt so ziemlich in jede Ritze und Pore ein und lässt sich nur schwer entfernen. Oft richtet das aufwirbelnde Löschmittel mehr Schaden an, als die Flammen selbst. Ganz besonders in Wohnbereichen sowie in Räumen, in denen viel Technik (Computer, Fernseher, etc.) stehen.
 
Sofern es Ihr Geldbeutel zulässt, sollten Sie deshalb prüfen, ob ein Schaum- oder evtl. ein Wasserlöscher für Ihre Zwecke ausreichen. Schaumlöscher sind in der Regel teurer, doch dieses Löschmittel lässt sich wesentlich einfacher entfernen. Für welchen Einsatzweck benötigen Sie Ihren Feuerlöscher? Vergleichen Sie selbst, odder lassen sie sich von einer Fachfirmen beraten.
 
Und vergessen Sie nicht: Lieber einen preiswerten, geprüften Feuerlöscher, als gar keinen!
 
Welcher Feuerlöscher löscht was?
  Brandklasse A   Brandklasse B Brandklasse C Brandklasse D
ABC-Pulverlöscher Ja   Ja Ja  
Pulverlöscher (Metall) Nein   Nein Nein Ja
Pulverlöscher (Spezial) Nein   Ja Ja Nein
Schaumlöscher Ja * Ja Nein Nein
Wasserlöscher Ja   Nein Nein Nein
Kohlendioxidlöscher Nein   Ja Nein Nein
 
* ACHTUNG:
Schaumlöscher dürfen nicht zur Fett- oder Ölbrand-Bekämpfung eingesetzt werden, es sei denn, es handelt sich um spezielle Fett-/Ölbrand-Feuerlöscher. Herkömmliche Schaumlöscher enthalten Wasser, was bei der Zumischung in brennendes Fett zu einer Fettexplosion führt!
 
Notrufnummern
Feuerwehr 118
Internationaler Notruf 112
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